Newsletter
November 2021
Endlich wieder Schule!
Und damit der Beginn der „normalen“ Arbeit in
allen Einrichtungen bei LeFö.
Stopp: Was heißt „normal?
Nach wie vor müssen wir uns der CoronaPandemie wegen teilweise mehr, teilweise
weniger einschränken. Leider sind insgesamt
noch immer zu wenig Menschen geimpft und in
unserem Bereich der Erziehung und Begleitung
ist dies von besonderer Bedeutung. Durch wieder
steigende Zahlen, stetige und ja auch wünschenswerte Kontakte sind Sie als Nicht-Geimpfte*r
immer in der Gefahr, angesteckt zu werden!
Oder Sie stecken andere – in unserem Falle vor
allem Kinder und Jugendliche - an!
Sie tragen eine hohe Verantwortung! Nicht nur
sich selber gegenüber. Sie tragen diese eben auch
und im Besonderen gegenüber den Ihnen
anvertrauten Kindern, Jugendlichen und deren
Familien. Das klingt etwas hochtrabend und
dramatisch – entspricht aber einfach den
Tatsachen.
Und wir wollen uns nicht mal vorstellen, welche
Auswirkungen ein dritter oder vierter Lockdown
mit home-scooling und…und…und… gerade auf
unsere Kinder und Jugendlichen hätten.
Deshalb unser Appell:
Bitte lassen Sie sich impfen
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„Und? Wie waren die Ferien?“
Welche Highlights gab es in unseren Gruppen?
In unserem Newsletter – der in regelmäßigen
Abständen erscheinen soll – wollen wir Höhepunkte vorstellen, die Sie als Mitarbeiter*in
gegenüber der alltäglichen Arbeit anders und oft
besonders herausfordern. Zur Nachbetrachtung
oder auch als gedankliche Unterstützung für die
kommenden Ferien oder die vor uns liegenden
Wochen und Monate der wertvollen Arbeit, die
Sie täglich leisten.
Dazu ein kurzer Bericht über die
„Schwabenkinder-Freizeit“ in den Sommerferien 2021, die bereits zum 4. Mal stattfand.
O-Ton Anja Xeller, Tagesgruppe 2, in Biberach:
„Wir waren insgesamt 10 Tage unterwegs.“
Wir, das sind sechs Kinder aus Gruppen an allen
Standorten (Biberach, Riedlingen, Laupheim,
Ochsenhausen, Bonlanden) im Alter von 8 bis 13
Jahren und zwei Betreuer*innen.
Zur Schwabenkinder-Geschichte:
Vom 16. bis zum 20. Jahrhundert kamen jährlich
zwischen 5000 und 6000 Kinder im Alter von 6 –
14 Jahren aus Vorarlberg, Tirol, Schweiz und
Südtirol. Meist aus armen, kinderreichen Familien
wurden sie nach Oberschwaben geschickt, um
dort über den Sommer Arbeit zu finden und so
ihre Familien zu unterstützen. Auf
Kindermärkten in Ravensburg und
Friedrichshafen wurden sie von
oberschwäbischen Bauern ausgesucht zum
Viehhüten, für Stall- und Erntearbeiten oder
Arbeiten in Küchen und Haushalten.In der Auseinandersetzung mit diesem Thema
entstand 2018 die Idee, die Lebenswelt der
Schwabenkinder tatsächlich erfahr- und erlebbar
zu machen.
Vorbereitend besuchten wir dazu den damaligen
Kinder-Markt in Ravensburg. Im Bauernhausmuseum Wolfegg konnten wir die Auf-gaben
eines Schwabenkindes wie Vieh hüten, füttern,
melken; Gras schneiden usw. tat-sächlich
ausprobieren. Ein Pflanzentag und ein Besuch im
Wildtierpark in Feldkirch rundeten die
Vorbereitungswoche ab.
Dann sind wir mit den Kindern in 8 Etappen
insgesamt ca. 90 km und mehr als 8500 Höhenmeter (!) von Bildstein über Alberschwende,
Bödele, Mellau, Damüls, Oberpartnom Alpe und
Marul in die Heimat der Südtiroler Schwabenkinder gewandert.
Grenzerfahrungen sind und waren dabei an der
Tagesordnung. Denn schon der erste Tag stellt für
die Kinder mit dem Tragen ihres Rucksacks (ca. 7
kg) eine Herausforderung dar. Ausdauer, das
Verfolgen eines Ziels oder der Umgang mit
schmerzhaften Füßen, dem Wetter, Heimweh,
Handy-Abstinenz, von morgens bis abends
zusammen zu sein, dabei zu bleiben……. Das ist
für alle gleichermaßen herausfordernd und anstrengend – für die Kinder, aber auch für ihre
Betreuer*innen. Jeden Abend trägt jedes Kind
seine Eindrücke oder die Ergebnisse kleinerer
Aufgaben in sein Reisetagebuch ein.
„Auf den Spuren der Schwabenkinder“ ist ein
schönes, nicht-alltägliches Erlebnis, bei dem z.B.
auch in sehr unterschiedlichen Unterkünften wie
im Bauernhof, in einer Skihütte oder auch im
Gemeindesaal einer Kirche übernachtet wird.
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Rainer Etzinger ist tot!
Unser langjähriger
stellvertretender
Vorsitzender,
Rainer Etzinger,
ist für alle völlig überraschen am 17. Sept. 2021
verstorben.
Er war LERNEN FÖRDERN Biberach e.V. von
Beginn (1987) an ein guter und wichtiger Begleiter und Ratgeber, der maßgeblich zum Erfolg
des Trägervereins beigetragen hat.
Sein unaufgeregtes, überlegtes, stets hinterfragendes Handeln war äußerst wertvoll für die
vielen Entscheidungen, die über all die Jahre
getroffen werden mussten.
In guter Erinnerung bleiben werden uns aber
auch seine oft spitzbübischen und humorvollen
Kommentare – mit denen er durchaus auch
schwierige Situationen kommentieren konnte.
Er wird uns sehr fehlen.
In Dankbarkeit und Erinnerung an seine Person
und an seine Verdienste haben wir Rainer
Etzinger in unserer Mitgliederversammlung am
19.10.21 zum Ehrenmitglied von LERNEN
FÖRDERN Biberach e.V. ernannt







