von Inge Schmidt
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2. November 2021
Endlich wieder Schule! Und damit der Beginn der „normalen“ Arbeit in allen Einrichtungen bei LeFö. Stopp: Was heißt „normal? Nach wie vor müssen wir uns der CoronaPandemie wegen teilweise mehr, teilweise weniger einschränken. Leider sind insgesamt noch immer zu wenig Menschen geimpft und in unserem Bereich der Erziehung und Begleitung ist dies von besonderer Bedeutung. Durch wieder steigende Zahlen, stetige und ja auch wünschenswerte Kontakte sind Sie als Nicht-Geimpfte*r immer in der Gefahr, angesteckt zu werden! Oder Sie stecken andere – in unserem Falle vor allem Kinder und Jugendliche - an! Sie tragen eine hohe Verantwortung! Nicht nur sich selber gegenüber. Sie tragen diese eben auch und im Besonderen gegenüber den Ihnen anvertrauten Kindern, Jugendlichen und deren Familien. Das klingt etwas hochtrabend und dramatisch – entspricht aber einfach den Tatsachen. Und wir wollen uns nicht mal vorstellen, welche Auswirkungen ein dritter oder vierter Lockdown mit home-scooling und…und…und… gerade auf unsere Kinder und Jugendlichen hätten. Deshalb unser Appell: Bitte lassen Sie sich impfen ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ „Und? Wie waren die Ferien?“ Welche Highlights gab es in unseren Gruppen? In unserem Newsletter – der in regelmäßigen Abständen erscheinen soll – wollen wir Höhepunkte vorstellen, die Sie als Mitarbeiter*in gegenüber der alltäglichen Arbeit anders und oft besonders herausfordern. Zur Nachbetrachtung oder auch als gedankliche Unterstützung für die kommenden Ferien oder die vor uns liegenden Wochen und Monate der wertvollen Arbeit, die Sie täglich leisten. Dazu ein kurzer Bericht über die „Schwabenkinder-Freizeit“ in den Sommerferien 2021, die bereits zum 4. Mal stattfand. O-Ton Anja Xeller, Tagesgruppe 2, in Biberach: „Wir waren insgesamt 10 Tage unterwegs.“ Wir, das sind sechs Kinder aus Gruppen an allen Standorten (Biberach, Riedlingen, Laupheim, Ochsenhausen, Bonlanden) im Alter von 8 bis 13 Jahren und zwei Betreuer*innen. Zur Schwabenkinder-Geschichte: Vom 16. bis zum 20. Jahrhundert kamen jährlich zwischen 5000 und 6000 Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren aus Vorarlberg, Tirol, Schweiz und Südtirol. Meist aus armen, kinderreichen Familien wurden sie nach Oberschwaben geschickt, um dort über den Sommer Arbeit zu finden und so ihre Familien zu unterstützen. Auf Kindermärkten in Ravensburg und Friedrichshafen wurden sie von oberschwäbischen Bauern ausgesucht zum Viehhüten, für Stall- und Erntearbeiten oder Arbeiten in Küchen und Haushalten. In der Auseinandersetzung mit diesem Thema entstand 2018 die Idee, die Lebenswelt der Schwabenkinder tatsächlich erfahr- und erlebbar zu machen. Vorbereitend besuchten wir dazu den damaligen Kinder-Markt in Ravensburg. Im Bauernhausmuseum Wolfegg konnten wir die Auf-gaben eines Schwabenkindes wie Vieh hüten, füttern, melken; Gras schneiden usw. tat-sächlich ausprobieren. Ein Pflanzentag und ein Besuch im Wildtierpark in Feldkirch rundeten die Vorbereitungswoche ab. Dann sind wir mit den Kindern in 8 Etappen insgesamt ca. 90 km und mehr als 8500 Höhenmeter (!) von Bildstein über Alberschwende, Bödele, Mellau, Damüls, Oberpartnom Alpe und Marul in die Heimat der Südtiroler Schwabenkinder gewandert. Grenzerfahrungen sind und waren dabei an der Tagesordnung. Denn schon der erste Tag stellt für die Kinder mit dem Tragen ihres Rucksacks (ca. 7 kg) eine Herausforderung dar. Ausdauer, das Verfolgen eines Ziels oder der Umgang mit schmerzhaften Füßen, dem Wetter, Heimweh, Handy-Abstinenz, von morgens bis abends zusammen zu sein, dabei zu bleiben……. Das ist für alle gleichermaßen herausfordernd und anstrengend – für die Kinder, aber auch für ihre Betreuer*innen. Jeden Abend trägt jedes Kind seine Eindrücke oder die Ergebnisse kleinerer Aufgaben in sein Reisetagebuch ein. „Auf den Spuren der Schwabenkinder“ ist ein schönes, nicht-alltägliches Erlebnis, bei dem z.B. auch in sehr unterschiedlichen Unterkünften wie im Bauernhof, in einer Skihütte oder auch im Gemeindesaal einer Kirche übernachtet wird. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Rainer Etzinger ist tot! Unser langjähriger stellvertretender Vorsitzender, Rainer Etzinger, ist für alle völlig überraschen am 17. Sept. 2021 verstorben. Er war LERNEN FÖRDERN Biberach e.V. von Beginn (1987) an ein guter und wichtiger Begleiter und Ratgeber, der maßgeblich zum Erfolg des Trägervereins beigetragen hat. Sein unaufgeregtes, überlegtes, stets hinterfragendes Handeln war äußerst wertvoll für die vielen Entscheidungen, die über all die Jahre getroffen werden mussten. In guter Erinnerung bleiben werden uns aber auch seine oft spitzbübischen und humorvollen Kommentare – mit denen er durchaus auch schwierige Situationen kommentieren konnte. Er wird uns sehr fehlen. In Dankbarkeit und Erinnerung an seine Person und an seine Verdienste haben wir Rainer Etzinger in unserer Mitgliederversammlung am 19.10.21 zum Ehrenmitglied von LERNEN FÖRDERN Biberach e.V. ernannt